DER EINZELNE ALS VOLK, DAS VOLK ALS STAAT

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Das Volk ist der Staat. Zuständig für die Kontrolle des Staates ist das Volk. Kontrolliert also das Volk sich selbst nicht, entgleitet ihm somit die Kontrolle des Staates. Das Ergebnis ist die Fiktion einer Trennung zwischen Volk und Staat sowie der umfassende Kontrollverlust des Volkes über staatliche Organe und der staatlichen Organe über das Volk.
Der Unmut des Einzelnen und gleichzeitig großer Teile der Bevölkerung darüber, nicht an politischen Prozessen beteiligt zu werden, führt aufgrund dieses Kontrollverlustes selten zur Einsicht, dass man sich selbst nicht an politischen Prozessen beteiligen will, sondern im Gegenteil von denen, die diese politischen Prozesse anstelle der Bevölkerung bestimmen, widersinnig erwartet, zugunsten eben jener großen Teile der Bevölkerung zu arbeiten, welche eine direkte politische Beteiligung ablehnen.
Die Lösung dieses Dilemmas ist die umfassende Ausbildung der politischen Willensbildung und des Verständnisses um die Funktion des Einzelnen als Volk und des Volkes als Staat und damit als (über) sich selbst bestimmende Gemeinschaft.
Versteht der Einzelne, dass er Bestandteil des Volkes ist, und versteht das Volk, dass es der Staat ist, kann der Staat für und im Sinne eines jeden Einzelnen handeln, um als Staat handlungsfähig im Namen des Volkes zu sein.
Das Handeln des Staates für den Einzelnen ist also kein Ersatz für dessen Handlung, sondern ein Minderheitenschutz, welcher die einzelne Zelle des Staates, den einzelnen Menschen, als Ursache der Gemeinschaft, des Volkes und damit des Staates selbst anerkennt und schützt – zum Wohle des Volkes.
Im Ergebnis wird der Staat durch jeden Einzelnen vertreten und der Einzelne durch den Staat. Wir sind das Volk.